13 | NOV
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INDUSTRIAL INSIGHTS // productronica 2017 – Medizinelektronik und E-Mobility

Für die productronica 2017 haben wir zwei Filme zu den derzeit aktuellesten und spannendsten Themen produziert. Medizinelektronik und E-Mobilty. Die beiden Filme zeigen, wie wichtig die Elektronikfertigung ist, um Bauteile immer kleiner und leistungsfähiger zu machen. 

Fast schon magisch - Innovative Blutanalyse dank moderner Elektronik

Blut ist unser Lebenselixier. Und Blut erzählt unsere Körpergeschichte – jenen, die es lesen können. Im Moment erfolgt die Analyse einer Blutprobe noch in einem speziellen Labor. Dort werden verschiedene Proben gesammelt, bearbeitet und erst anschließend getestet. Das braucht Zeit. Doch Zeit ist für einen schwerkranken Patienten oft ein knappes Gut. Wie gut wäre es für ihn, wenn die Analyse schnell und unkompliziert direkt nach dem Blutabnehmen neben seinem Krankenbett erfolgen könnte?!

Genau diese Idee verfolgt die Erfindung von Professor Dr. Oliver Hayden und seinem Team am neueröffneten TranslaTUM der Klinik rechts der Isar. In unserem Film stellt er den Prototyp seines Analysegeräts vor. Es ist um ein Vielfaches kleiner als das Backofen-große herkömmliche Analysegerät. Und es funktioniert geradezu simpel: Das Blut wird in eine speziell entwickelte Kartusche injiziert, die in das Lesegerät eingesetzt wird. Dann erfolgt „geradezu magisch“, so Professor Hayden, die Analyse der Blutzellen. So weiß der Arzt in kürzester Zeit wie es zum Beispiel um das Immunsystem seines Pateinten steht und ob eine Operation möglich ist.

Professor Dr. Oliver Hayden leitet den Lehrstuhl für Biomedizinische Elektronik am TranslaTUM der Klinik rechts der Isar in München. Das TranslaTUM wurde gerade erst ins Leben gerufen: Es vereint, auch physisch an einem Ort, Mediziner und Ingenieure für die interdisziplinäre Krebsforschung.

Wie funktioniert das Verfahren?

Blut wird u.a. mittels der so genannten Durchflusszytometrie analysiert. Bei diesem Messverfahren fließen einzelne Blutzellen in hohem Tempo an einem Lichtstrahl oder einer elektrischen Spannung vorbei, wobei ihre Eigenschaften (Form, Struktur, Größe) gelesen werden. Um die Blutzellen analysieren zu können, müssen sie vorab aufbereitet und mit Kontrastmittel (z.B. Fluoreszenz) markiert werden.

Die Erfindung von Professor Hayden basiert ebenfalls auf der Durchflusszytometrie: Doch er hat ein wesentlich kleineres Lesegerät und eine neuartige Kartusche für die Analyse entwickelt. Damit ist keine aufwändige und zeitraubende Vorarbeit mehr nötig. Die Markierung (in diesem Fall magnetisch) erfolgt sofort mit dem Injizieren des Blutes in die innovative Kartusche. Dann wird sie in das Lesegerät eingelegt, wo die eigentliche Analyse erfolgt.

Autos & Boote – Elektrisch! Herausforderungen für die Elektronikfertigung

Ist die Zukunft der Fortbewegung elektronisch? Kleine und große Unternehmen glauben daran und investieren in elektrische Antriebe: Für Autos und Boote. Das stellt nicht nur die Hersteller, sondern auch die Elektronikfertigung vor neue Herausforderungen. Sie muss sich gegen neue Konkurrenten behaupten und Strategien für technische Neuerungen entwickeln. Der Film lässt Experten und Insider wie den Professor für Fahrzeugtechnik, Bootshersteller Torqeedo und den Elektronikproduzenten Eberhard AG zu Wort kommen.

Herausforderungen

Die Elektromobilität stellt die Elektronikfertiger vor neue Herausforderungen. Geringe Stückzahlen, neue und kleinere Bauteile und fachfremde Unternehmen, die in den Markt drängen, machen ein Umdenken erforderlich. Die Branche befindet sich im Umbruch und neue Strategien sind notwendig. Die Firma Eberhard AG – ein etablierter Elektronik-Produzent – setzt auf Flexibiltät in der Fertigung und langjähriges KnowHow. Martin Haupt, Vorstand der Eberhard AG, sieht sich den Herausforderungen der Elektromobilität gewachsen.

Torqeedo hat sich von einem kleinen Bootsbauer am Starnberger See zum führenden Anbieter für elektrische Bootsantriebe entwickelt. Vor Kurzem wurde die Firma von Motorenhersteller Deutz übernommen. Dr. Ralf Plieninger, Geschäftsführer und Technischer Direktor von Torqeedo, sieht gerade in der Freizeit- und kommerziellen Schiffahrt die Zukunft des Elektromotors. Professor Dr.-Ing. Markus Lienkamp, Lehrstul für Fahrzeugtechnik an der TU München, bewertet die Branche zusätzlich aus externer Sicht