22 | AUG
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Eintauchen in eine neue Welt – Craft Beer

Morgens 07.40 Uhr. Redakteur Ralph Brock bekommt sein erstes Bier eingeschenkt, vom Braumeister Markus Hoppe persönlich. Und es schmeckt. Die Verköstigung war natürlich rein beruflich! Für die drinktec 2017 suchen wir die wichtigsten Trends zum Thema Craft Beer. Was macht sie aus? Wohin geht die Reise und warum trinken immer Menschen handwerkliches Bier von kleinen Brauereien?

Der Gipsy Brauer

Markus Hoppe ist Gipsy-Brauer, das heißt Braumeister ohne eigene Brauerei. Dazu mietet Hoppe sich bei ihm befreundeten Brauereien ein. Bereits seit sieben Uhr in der Früh ist Hoppe, der Braumeister vom Tegernsee, in der Abfüllanlage von Wild-Bräu in Grafing bei München. Er ist mit seinem Hellen sehr zufrieden, klare Farbe, erfrischender Geschmack. Hoppes Bier ist einzigartig, wie ein Sternekoch hat er bei seiner Kreation nur die besten Zutaten verwendet. Für ihn ist es wichtig einen Gegentrend zu setzten - Trend gegen die großen Biere, gegen die Konzerne, die den Markt beherrschen. Sein Bier ist einzigartig und handgemacht. Ein echtes Craft Beer.

In aller Munde

Während einerseits der Bierkonsum weltweilt zurückgeht, entstehen auf der anderen Seite eine Vielzahl neuer Brauereien. Das klingt zunächst paradox. Der Trend aber geht weg von den großen "Fernsehbieren" globaler Konzerne, jener Biermarken also, die sich TV-Werbung leisten können. Kleine, lokale Marken stehen in der Gunst der Biergenießer ganz oben.

Um diese kleineren Brauereien und die Menschen dahinter kennenzulernen, entstand im Vorfeld der drinktec beim Broadcast-Team der Messe München die Idee zum Beitrag über Craft Beer.

Der süße Star der Szene

Als süßer Star der Szene gilt Kirsten Rhein. Nachdem ich die Amerikanerin endlich nach vielen Mails persönlich am Telefon habe, vereinbaren wir, uns bei einem Craft Beer-Festival zu treffen. "Hey Ralph, wenn du kommst, dann fülle ich dich ab", sagt sie mit amerikanisch-bayerischem Akzent.

Vor 16 Jahren hat sie Cincinnati in den USA verlassen um ihren Traum zu leben. Sie mag Bier und Berge, also braut sie jetzt "good beer in Bad Tölz", wie ihr Credo lautet. Bei der Tölzer Mühlfeld-Brauerei kann sie sich austoben, macht Kreationen, wie sie ihr gefallen. Sie lagert ihre Biere in Kornfässern, experimentiert mit Malz und Hopfen. Ihr ist es wichtig, die Hopfenbauer zu kennen, pflegt den persönlichen Kontakt. Der Dreh mit ihr war viel zu kurz, wir hätten locker eine 30minütige Reportage nur über sie machen können.

Craft Beer - drinktec 2017Lieber einen Drunken Sailor oder einen Roundhouse-Kick?

Superspannend war der Dreh mit Timm Schnigula von crew republic. Erste Frage von Timm ans Team:"Hey Leute, lieber einen Drunken Sailor oder einen Roundhouse-Kick?" Zusammen mit seinem Partner Mario Hanel hat Timm seine eigene Brauerei und sieht es als seine Philosophie ein Bier zu brauen, dass sich vom Massenmarkt absetzt.

Es sind spannende Persönlichkeiten, die ich während der Dreharbeiten kennenlernen durfte. Und ich bin mir sicher, sie alle auf der drinktec wiederzusehen. Übrigens habe ich noch einen Satz des Kameramanns Chris Rabe sehr deutlich in den Ohren. Auf die Frage: "Möchtet ihr noch ein Bier?" kam immer die Antwort: "Mist, ich muss noch fahren."

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Ralph Brock, 08/2017